Ev. Religion

Shalom - Lisrom -
„Just call me Jeremy“

Eine deutsch-israelische Jugendbegegnung

Diese Worte klingen uns noch im Ohr, nachdem wir die israelische Schülergruppe zum Flughafen gebracht haben: Frieden und die Dinge fließen lassen.
Davon war auch unsere einwöchige Begegnung geprägt. Vierzehn Schüler und Schülerinnen der Atid Lod Highschool in der Nähe von Tel Aviv wurden vor Beginn  der Abschlussveranstaltung zur Projektwoche mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ von Frau Knobelsdorf herzlich willkommen geheißen und von den Rathenau-Schülern durch die „Galerie der Projektwochenergebnisse“ geführt.
Sehr schnell gingen die israelischen und deutschen Schüler aufeinander zu. Bereits in der ersten Pause saßen sie in einem großen Kreis zusammen,
aus dem wir englische, deutsche und hebräische Wortfetzen vernahmen.
Zeit zu haben, miteinander zu sprechen, zu tanzen und zu spielen; diese Phasen des einwöchigen Besuchsprogramms bezeichneten viele Schüler beider Gruppen als  das Allerwichtigste.
Die Schüler zeigten sich berührt von der nachmittäglichen Begegnung mit Leon Schwarzbaum, einem Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz/ Birkenau. Ihm war es mit seinen 97 Jahren wichtig, der deutsch-israelischen Schülergruppe persönlich zu begegnen. Der Dokumentarfilm über sein Leben: „Der letzte Jolly Boy“ wird demnächst in einer englischen Fassung auch in Israel zu sehen sein.
Die gemeinsame Teilnahme am Sabbatgottesdienst in der Synagoge Pestalozzistrasse mit dem anschließenden Sabbatdinner im Charlottchen,  am Samstag der Besuch des Reichstags und die abendliche Willkommensparty in den Räumlichkeiten der Grunewaldgemeinde, eine Führung durch Pfarrer Germer in der Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche verbunden mit dem sonntäglichen Abendgottesdienst ließen die Gruppe immer mehr zusammenwachsen.
Am Montag  hospitierten die Schüler im Unterricht. Anschließend arbeiteten sie n kleinen gemischten Schülerteams zu verschiedenen Themen wie: u.a. Musik, Jugendgruppen, Mode und Schule.
Ehemalige Rathenau-Schülerinnen stellten am Nachmittag in der Westfälischen Straße den Schülern ihre Arbeit zu den Stolpersteinen der Familie Moses und Schäfer vor. Der Gang durch das ehemalige KZ-Sachenhausen und die dort von der israelischen Gruppe abgehaltene Erinnerungszeremonie mit einigen Gebeten und Liedern bewegte alle sehr. Es war guter Abschluss des Tages danach gemeinsam zu Abend zu essen.
Begeistert waren die Schüler auch von der Begegnung mit dem Israelischen Botschafter Jeremy Issacharoff, der seit 2017 in Berlin im Amt ist. Durch seine aufgeschlossene Art kam er schnell sehr intensiv mit den Schülern ins Gespräch. Als die Schüler ihn mit „yours Exellency“ anredeten, sagte er: „Just call me Jeremy“. Er unterstrich, wie sehr ihm auch in Zukunft ein gutes Verhältnis der beiden demokratischen Länder am Herzen liegt und  wie positiv sich Synergien für beide Länder u.a. auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auswirken können.  Der Austausch zwischen der jungen Generation, auch in Form von Schulpartnerschaften liegt ihm besonders am Herzen. Gefragt nach dem zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und in Europa antwortete er, dass diesem entschieden entgegengetreten werden müsse.  Er sei aber sehr zuversichtlich , dass unsere beiden Gesellschaften die Kraft haben „to embrace diversity“ , um eine menschenwürdige Zukunft  für alle Menschen unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit und ethnischen Herkunft  zu gestalten.
Er fühle sich in Berlin sehr gut aufgenommen und inzwischen auch zuhause.
Einat Filler und Lowell Blackman sprachen im Namen der Schulleiterin der Atid Lod Highschool  eine Gegeneinladung aus, die bei unseren Schüler auf Begeisterung stieß.
Beim Abschiedsabend wurde getanzt und getanzt und getanzt... in Reihen, zu zweit, in loser Formation und im Kreis.  
Die Freude der tanzenden israelischen und deutschen Schüler und Schülerinnen verbleiben uns als kraftvollstes Bild in Erinnerung:
Shalom und Lisrom.
Martina Dethloff, ev. Religion
Stefanie Packmohr-Herzig, kath. Religion

 

„Soziales Engagement“ - Sozialpraktikum 2015

Am Montagabend, den 22.6.2015 trafen sich SchülerInnen der Klasse 9b, Eltern, Kollegen und unsere Schulleiterin zu einer Abschlussfeier.

Dass es ein kleines Buffet gab, verdankte die Klasse einer finanziellen Bezuschussung durch den Förderverein der Eltern.

Fünf SchülerInnen gewährten Einblicke in ihre Tätigkeit beim Sozialpraktikum und berichteten über ihre individuellen Erfahrungen während der Praktikumszeit.

Die von den Schülern selbst gewählten Einsatzorte waren breit gestreut:

die Bahnhofsmission in der Jebenstraße, der Pflegedienst der Diakonie, verschiedene Kinderläden bzw. Kindergärten, eine Citystation für Menschen ohne Obdach, zwei Sportvereine im Bereich Tischtennis und Basketball, mehrere Einrichtungen für alte Menschen, darunter auch drei, die auf Demenzkranke spezialisiert sind, das Franziskuskrankenhaus, die Jugendfreizeiteinrichtung Plöner Straße und der Schülerclub der Halenseegrundschule.

Als wichtige Lernerfahrungen nannten die SchülerInnen u.a. sich in Geduld zu üben, Verantwortung zu übernehmen, zuhören zu können, älteren Menschen respektvoll gegenüber zu treten, Meinungsverschiedenheiten zu klären und sich bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Autorität zu verschaffen.

Bei einigen SchülerInnen entstand auch der Gedanke, weiterhin ehrenamtlich tätig zu sein bzw. nach dem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren.

Wir bedanken uns herzlich für Euren gezeigten Mut und Euer Engagement!  

Manuela Ambrosi, Ethik / Martina Dethloff, ev. Religion

 

Jüdisches Leben im Dialog

Eine besondere Begegnung zwischen unseren Schülern und dem Fotografen Rafael Herlich aus Frankfurt, gab es am 6.3. bei der Eröffnung der Ausstellung " Jüdisches Leben im Dialog". Er teilte den Schülern in bewegenden Worten mit, was ihn veranlasst seine Fotos, die unterschiedlichste Momente jüdischen Lebens in Deutschland spiegeln, in Schulen zu zeigen. Seiner Erfahrung nach denken eine Vielzahl von Schülern bei "jüdischem Leben" vor allem an den Holocaust und die damit vebundenen Bilder oder an die Vertreter des orthodoxen Judentums mit Hut und Schläfenlocken. 

Wie vielfältig jüdisches Leben heute in Deutschland ist, möchte er mit seinen Bildern zeigen.

Auf Nachfragen der Schüler, ob er selbst auch schon angefeindet worden sei, antwortete er, dass er bislang nur positive Erfahrungen gemacht hätte.

Seine Arbeit mit den Fotos und die Begegnungen während der Ausstellungen helfen ihm allerdings beim Umgang mit der Tatsache, dass ein großer Teil seiner Familie aus Polen von den Nationalsozialisten umgebracht wurden.

Jetzt hat er gerade einen neuen Auftrag erhalten, über den er sich sehr freut: jüdisches Leben im heutigen Polen zu dokumentieren.

Es gibt, so sagt er, im Leben keine Zufälle.

Die Ausstellung ist noch bis zum 21.3. an unserer Schule zu sehen und wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland unterstützt.

Martina Dethloff, Ev. Religion

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